Nonogram – Mittel

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Nonogram

Ein Nonogram ist ein Bilder-Logikrätsel aus einem rechteckigen Raster. Zahlen links neben den Zeilen und oberhalb der Spalten beschreiben zusammenhängende Gruppen schwarzer Felder. Werden alle Hinweise korrekt ausgewertet, entsteht aus den gefüllten Feldern ein Pixelbild.

Je nach Anbieter begegnet derselbe Grundmechanismus auch unter Bezeichnungen wie Picross, Pic-a-Pix oder Griddlers. Dieses Tutorial behandelt die klassische schwarz-weisse Variante: Jedes Feld ist am Ende entweder gefüllt oder sicher leer.

Die Zahlen sind keine Koordinaten. Sie geben die Längen der schwarzen Blöcke in ihrer Reihenfolge an. Ein Hinweis 3 1 2 bedeutet deshalb: zuerst drei zusammenhängende schwarze Felder, später ein einzelnes schwarzes Feld und danach einen Zweierblock.

Grundregeln

  • Jede Hinweiszahl steht für einen zusammenhängenden Block gefüllter Felder.
  • Mehrere Zahlen einer Zeile werden von links nach rechts gelesen; mehrere Zahlen einer Spalte von oben nach unten.
  • Zwischen zwei aufeinanderfolgenden schwarzen Blöcken liegt mindestens ein leeres Feld.
  • Vor dem ersten und nach dem letzten Block dürfen beliebig viele leere Felder liegen.
  • Jede Zeile und jede Spalte muss gleichzeitig zu ihrer eigenen Hinweisfolge passen.
  • Ein Kreuz x kennzeichnet ein Feld, das sicher leer bleibt.

Begriffe und Notation

Eine zusammenhängende Folge schwarzer Felder wird hier Block genannt. Die kleinste benötigte Länge einer Linie erhältst du, indem du alle Hinweiszahlen und die vorgeschriebenen Trennfelder addierst. Für 3 1 2 sind das 3 + 1 + 2 + 2, also acht Felder.

Die Differenz zwischen Linienlänge und Mindestlänge ist der Spielraum. Je kleiner dieser Spielraum ist, desto mehr Felder lassen sich sofort bestimmen. Bereits bekannte schwarze oder leere Felder verringern den Spielraum später zusätzlich.

Strategien zum Lösen

Suche zuerst nach grossen Einzelzahlen und nach Hinweisfolgen, deren Mindestlänge fast die ganze Zeile oder Spalte beansprucht. Trage sichere leere Felder ebenso konsequent ein wie schwarze Felder, denn ein Kreuz begrenzt mögliche Blocklagen.

Wechsle nach jeder Eintragung die Blickrichtung. Ein in einer Zeile gefundenes Feld ist zugleich neue Information für seine Spalte. Die folgenden sieben Schritte zeigen diesen Wechsel an einem eindeutig lösbaren 15×15-Nonogramm.

Betrachte bei jeder Linie nicht nur die Hinweiszahlen, sondern auch die bereits gesetzten Kreuze und schwarzen Felder. Sie teilen die Linie in kleinere Abschnitte, begrenzen mögliche Blocklagen und können festlegen, zu welchem Hinweisblock ein schwarzes Feld gehören muss. So entsteht Fortschritt auch dann, wenn keine Hinweisfolge die gesamte Linie exakt ausfüllt.

Arbeite dabei nur mit sicheren Schnittmengen und Ausschlüssen. Wenn mehrere Blocklagen möglich bleiben, trägst du ausschließlich jene Felder ein, die in allen zulässigen Lagen denselben Zustand besitzen. Alles andere bleibt vorerst unentschieden und wird später durch die kreuzende Richtung geklärt.

1. Ein Hinweis füllt die gesamte Linie

Zeile 2 besitzt nur den Hinweis 15. Da die Zeile genau fünfzehn Felder lang ist, gibt es weder Platz vor noch hinter dem Block. Jede andere Anordnung wäre zu kurz oder würde das Raster verlassen.

A clue of fifteen fills the entire row

Alle fünfzehn Felder der zweiten Zeile sind daher schwarz. Solche vollständigen Linien sind ideale Startpunkte, weil jedes neue schwarze Feld sofort auch die zugehörige Spalte beeinflusst.

Bei einem Hinweis, der genau der Linienlänge entspricht, ist kein Raten nötig: Es existiert genau eine mögliche Lage des Blocks.

2. Mehrere Blöcke passen exakt

Spalte 14 trägt die Hinweise 7 7. Zwei Siebenerblöcke benötigen vierzehn schwarze Felder; zusammen mit dem vorgeschriebenen Trennfeld ergibt das genau die Spaltenlänge von fünfzehn.

Two blocks of seven exactly fit with one separator

Die ersten sieben Felder und die letzten sieben Felder werden schwarz. Das Feld in Zeile 8, Spalte 14 muss leer sein, weil es die beiden Blöcke voneinander trennt.

Diese Technik gilt für jede exakt passende Folge. Addiere die Blocklängen und für jedes benachbarte Blockpaar ein Trennfeld. Ist die Summe gleich der Linienlänge, ist die komplette Linie bestimmt.

3. Überlappung mit einem bekannten Anker

Zeile 1 hat den Hinweis 13. Durch den vorherigen Spaltenschritt ist das Feld in Spalte 14 bereits schwarz. Der Dreizehnerblock muss dieses Feld enthalten und kann deshalb nur in Spalte 2 oder in Spalte 3 beginnen.

An anchored block of thirteen creates a forced overlap

Beide möglichen Lagen überdecken die Spalten 3 bis 14. Die noch neuen Felder in den Spalten 3 bis 13 werden deshalb sicher schwarz. Spalte 1 liegt dagegen in keiner zulässigen Lage und wird mit einem Kreuz ausgeschlossen.

Das ist die Überlappungstechnik mit Anker: Verschiebe den Block gedanklich so weit wie möglich nach links und rechts, ohne bekannte Informationen zu verletzen. Die Schnittmenge aller Lagen ist sicher gefüllt.

4. Einen vollständigen Block begrenzen

Spalte 2 besitzt den Hinweis 15 und wird nach der bereits bekannten Methode vollständig schwarz. Dadurch stehen in Zeile 1 nun genau dreizehn zusammenhängende schwarze Felder von Spalte 2 bis Spalte 14 – der einzige geforderte Block ist vollständig.

A completed block forces the following cell empty

Das Feld unmittelbar rechts davon, also Zeile 1, Spalte 15, muss leer sein. Würde es ebenfalls schwarz, wäre der Block vierzehn Felder lang und widerspräche dem Hinweis 13.

Markiere nach einem abgeschlossenen Block seine erreichbaren Randfelder sofort mit Kreuzen. Bei mehreren Hinweisen verhindert diese Begrenzung zugleich, dass zwei getrennte Blöcke versehentlich zusammenwachsen.

5. Zwei bekannte Blöcke schliessen die Mitte aus

Zeile 3 hat die Hinweise 2 2. Aus den Spalten sind bereits schwarze Felder in Spalte 2 und Spalte 14 bekannt. Wegen ihrer grossen Entfernung können sie nicht zum selben Zweierblock gehören; jedes verankert einen der beiden Blöcke.

Two anchored blocks exclude the middle of the row

Der linke Zweierblock kann nur die Spalten 1–2 oder 2–3 belegen. Der rechte kann nur in 13–14 oder 14–15 liegen. Kein Block kann deshalb eines der Felder von Spalte 4 bis Spalte 12 erreichen.

Der gesamte mittlere Bereich wird sicher leer markiert. Die genauen Lagen der beiden Zweierblöcke bleiben zwar offen, doch die unerreichbaren Felder sind bereits vollständig entschieden.

6. Erledigte Hinweise abtrennen und den Rest neu prüfen

Spalte 3 trägt die Hinweise 2 5 2. In den ersten beiden Zeilen stehen bereits zwei zusammenhängende schwarze Felder. Weil die Folge mit einem Zweierblock beginnt und darüber kein Platz mehr vorhanden ist, ist dieser erste Block abgeschlossen.

A completed first block reduces the remaining column clues

Zeile 3, Spalte 3 muss als Trennfeld leer sein. Für die verbleibenden Hinweise 5 2 bleiben darunter zwölf Felder. Der Fünferblock kann darin nur so verschoben werden, dass Zeile 8, Spalte 3 in jeder möglichen Lage enthalten ist; dieses Feld wird daher schwarz.

Dieser Schritt verbindet zwei Grundideen: Zuerst wird ein fertiger Block durch ein Kreuz abgeschlossen, danach werden nur noch die übrigen Hinweise im verbleibenden Linienabschnitt betrachtet. So werden lange Hinweisfolgen überschaubar.

7. Einen Block von einer gesperrten Seite aus verlängern

In Zeile 3 lautet die Hinweisfolge 2 2. Das schwarze Feld in Spalte 2 gehört zum ersten Zweierblock; das unmittelbar rechts benachbarte Feld in Spalte 3 ist bereits als leer markiert. Der Block kann sich deshalb nicht nach rechts fortsetzen.

A crossed boundary forces a two-cell block to extend to the edge

Ein Zweierblock benötigt neben dem schwarzen Feld in Spalte 2 genau ein weiteres schwarzes Feld. Da rechts ein Kreuz steht, bleibt nur Spalte 1. Das Feld in Zeile 3, Spalte 1 wird daher schwarz und der erste Zweierblock ist vollständig.

Diese Randfolgerung funktioniert auch mitten in einer Linie: Sobald ein schwarzes Feld zu einem bestimmten Hinweisblock gehört und eine Seite durch ein Kreuz oder den Rasterrand gesperrt ist, muss der noch fehlende Teil des Blocks in die andere Richtung wachsen. Prüfe danach die offene Aussenseite auf ein notwendiges Trennfeld.

Typischer Lösungsablauf

  1. Berechne für auffällige Linien die Mindestlänge aus Blocklängen und Trennfeldern.
  2. Fülle exakt passende Linien vollständig aus.
  3. Nutze bei grossen Blöcken die Überlappung der äussersten möglichen Lagen.
  4. Markiere sichere Leerfelder und die Grenzen abgeschlossener Blöcke sofort mit Kreuzen.
  5. Wechsle nach jedem Schritt zwischen Zeilen und Spalten.
  6. Streiche gedanklich erledigte Hinweise und untersuche den verbleibenden Linienabschnitt neu.
  7. Prüfe vor dem Eintragen, ob die Reihenfolge aller Blöcke erhalten bleibt.

Häufige Fehler

  • Trennfeld vergessen: Zwei aufeinanderfolgende Blöcke dürfen sich in der schwarz-weissen Variante nicht berühren.
  • Reihenfolge vertauschen: Die Hinweise dürfen nicht beliebig in der Linie verteilt werden; ihre Reihenfolge ist fest.
  • Leere Felder nicht markieren: Unentschiedene und sicher leere Felder müssen unterscheidbar bleiben.
  • Block zu früh festlegen: Eine Überlappung beweist oft nur den gemeinsamen Kern, nicht bereits den genauen Anfang und das Ende.
  • Nur in einer Richtung arbeiten: Viele Fortschritte entstehen erst durch den ständigen Wechsel zwischen Zeilen und Spalten.

Tipps für Anfänger

  • Beginne mit der grössten Zahl oder der kleinsten Restlücke, nicht zwangsläufig mit der ersten Zeile.
  • Zähle inklusive der Trennfelder und kontrolliere längere Abstände ein zweites Mal.
  • Nutze Kreuze konsequent als harte Grenzen für spätere Blocklagen.
  • Wenn eine Linie stockt, suche nicht nach einer Vermutung, sondern wechsle zur kreuzenden Richtung.
  • Prüfe bei einem bekannten schwarzen Feld, zu welchem Hinweisblock es überhaupt gehören kann.

Fazit

Nonogramme werden durch Platzieren, Überlappen und Begrenzen von Blöcken gelöst. Sichere schwarze Felder und sichere Leerfelder sind gleich wertvoll: Zusammen verkleinern sie den Spielraum der kreuzenden Linien, bis jeder Hinweis nur noch eine mögliche Anordnung besitzt und das verborgene Bild vollständig erscheint.